Bio ist
nicht gleich Bio. So macht es schon einen Unterschied, ob Weintrauben
unbehandelt sind oder ob diese wie bei EG-Bio (gemäß EG-Bioverordnung) mit giftigem Kupfervitriol behandelt wurden. Auch eine Kuh, die ihre
schönen Hörner behalten durfte und auf einer gesunden Wiese lebt, liefert eine
bessere Milch und besseres Fleisch als ein enthorntes Rind aus
Bio-Massentierhaltung. Den Unterschied kann man an verschiedenen Bio-Labels
erkennen. Wobei es bei Lebensmitteln gesetzlich geregelte Mindestanforderungen
(EG-Bio) gibt, die nicht unterschritten werden dürfen.
Naturkosmetik ist nicht gleich Naturkosmetik. Auch hier
wurden viele Labels geschaffen, aber die wenigsten halten das, was sie
versprechen. Bei Naturkosmetik gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen
Mindestanforderungen und daher ist die Bandbreite der verschiedenen Richtlinien
sehr groß. BIO-Label-Test hat für Sie
9 Labels getestet. In den meisten dieser Labels sind synthetische
Konservierungsmittel, Farbstoffe und jede Menge anderer Chemikalien zugelassen.
Manche Labels und manche Firmen deklarieren diese
synthetischen Konservierungsmittel als „natürliche Konservierungsmittel“ oder
als „naturidentische Konservierungsmittel“.
Auf der Verpackung lesen Sie dann „ohne synthetische
Konservierungsmittel“.
Wir haben eine Firma auf diese Praxis angesprochen. Die Entschuldigung lautete:
"Das machen die Großen doch auch."
Ebenfalls wird der Begriff „natürlich“ oder „naturnah“
auch bei anderen synthetischen Rohstoffen wie Farbstoffen und Tensiden
verwendet. Es scheint keine Schamgrenze mehr zu geben.
Der Einfallsreichtum mancher Marketingabteilungen ist sehr groß
und man muss sich fragen, wo hört Marketing auf und wo fängt Betrug an. Ist so
etwas jetzt auch in der Bio-Szene erlaubt?
Geht das so einfach? Warum sagt
niemand etwas?
Die Antwort ist frustrierend: Es gibt niemanden mehr, der
den Verbraucher vor solchen Machenschaften und den Kartellen schützt. ÖKO-TEST,
das letzte kritische Magazin, ist schon lange nicht mehr viel besser als die
Anzeigenblättchen Eve, Cosmia und Schrot & Korn: „Wessen Brot ich esse, dessen
Lied ich singe“.
Auf der BioFach-Messe, der welt-größten Bio-Messe, müssten Ungereimtheiten
eigentlich auffallen. Aber das Kartell reicht auch bis dahin:
Damit man die Kriterien der BioFach-Messe
(eben Bio) nicht erfüllen muss, wurde die
Kosmetikhalle dieser Messe einfach in VIVANESS „umgetauft“ – sozusagen eine
Messe in der Messe, für die andere Zulassungskriterien gelten. Und schon kann man dort 100 % synthetische Produkte als „Bio“
ausstellen.
Sie dürfen mitmachen
Daher haben Sie jetzt Bio-Label-Test und Bio-Presse-Test.
Wir informieren Sie über das, was Sie in den Anzeigenblättchen nicht finden. Wir
sind unabhängig. Hier finden Sie keine Werbung für
Firmen oder Produkte.