Suchen

Web

Magazin


Vorwort von Gerd Peter Bischoff
BIO  BOOMT

Und das freut den Verbraucher. Hier wird Geld für eine biologisch wertvolle Ware ausgegeben - so darf man vermuten - und was vor einiger Zeit nur Begüterten vorbehalten war ist nunmehr auch einer breiteren Einkommensschicht zugänglich: Gesunde Nahrung.

Aber was vor 35 Jahren mit den “Alternativen, den Ökos und Müslis“ anfing ist mittlerweile dadurch zu einem Milliardenmarkt geworden. Doch von den einstigen Idealen ist immer weniger übrig geblieben.

So ist es kein Wunder, dass die Aussicht auf viel Geld neben den seriösen Anbietern auch Geschäftemacher aller Couleur, Kartelle und sogar Kriminelle anlockt. 

Die Bioläden der ersten Generation wurden durch die Filial-Geschäfte verdrängt, dann kamen die Bio-Supermarkt-Ketten und heute haben wir einen Bio-Massenmarkt bei Rewe, Plus, Rossmann & Co.

Bis vor wenigen Jahren war Ethik ein wichtiger Bestandteil im Biohandel. Dieser Begriff wurde durch Globalisierung und Standardisierung ersetzt. Es geht nur noch darum Bioprodukte so billig wie möglich herzustellen und den Konkurrenten zu unterbieten.  Dabei spielt es für die Geschäftemacher gar keine Rolle, ob die Rohstoffe aus Massentierhaltung stammen oder durch Kinderarbeit geschaffen wurden.

Was früher nur bei konventionellen Produktionen üblich war, schleicht sich nun heimlich auch in den Bio-Markt ein - die sogenannte Standardisierung. Denn nur mit standardisierten Verfahren kann man tonnenweise billige Lebensmittel oder Kosmetika herstellen. Die Natur lässt sich aber nicht Standardisieren und es wird mit allen möglichen Tricks nachgeholfen.

Einer dieser Tricks sind die "Label". Diese werden geschaffen, damit der Kunde nicht mehr im Einzelnen hinterfragt, was in einem Produkt genau drin ist, sondern er vertraut auf den guten Ruf das ein Label zu bieten hat. Und das wird durch Werbung erzielt. Denn die Kriterien für ein Label kennt der Kunde nicht und mit geschickten Formulierungen wird dem Verbraucher ein gutes Produkt vorgegaukelt. So haben sich im Laufe der Zeit manche Label etabliert, die alles andere als natürlich sind.

Ein weiterer Trick sind die Bio-Anzeigenblätter. Damit sie ihre Anzeigen verkaufen können müssen diese Publikationen ihren Auftraggebern entgegen kommen. Dort werden dann die meist ganzseitigen Anzeigen geschaltet und parallel dazu erscheinen geschickt lancierte Berichte. Eine perfekte Kombination.

Noch werden viele Produkte von denselben Herstellern in den verschiedenen Bio-Märkten, bei Filialisten und Discountern vertrieben. Aber schon jetzt machen sich Diskrepanzen bei der Preisfindung bemerkbar. Vor allem der klassische Naturwarenhandel ist unzufrieden. In den Supermärkten werden dieselben Marken wesentlich billiger angeboten.  Um dem entgegenzuwirken wurden von den Herstellern Zweit- und Drittmarken geschaffen. Dies hat aber nichts gebracht, denn schon nach kurzer Zeit weiß jeder, welche Firma hinter welcher Marke steckt.

So wird es bald zu einer kompletten Spaltung oder sogar Dreiteilung des Bio-Marktes kommen und zwangsläufig  werden auch die einzelnen Labels in Klassen aufgespalten.

Die Labels mit den geringsten Anforderungen werden in den Massenmarkt abwandern, die strengen Labels werden sich im klassischen Naturwaren-Handel etablieren. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dem Verbraucher die Unterschiede der verschiedenen Labels zu verdeutlichen. 





WINCI
Rohstoff-Wiki für Naturkosmetik-Rohstoffe (in Planung)



Das Buch für Dein Leben
von Gerd Peter Bischoff

Erscheint Ende September im Engelsdorfer Verlag


weiter lesen


Copyright © 2008 Bio-Label-Test. All rights reserved. Datenschutz  |  Impressum