„Öko-Tests können weh tun“: So stand es einmal im Heft 11 aus 1987. Damals sollte es einigen Firmen weh tun. Heute tut es dem Leser weh, und falls sich die Strategie nicht ändert, bald auch Öko-Test selbst.“
Beispiel1:
der fragwürdige Test „Kinder-Sonnenschutz“. Hier fehlen wichtige Testparameter:
Es fehlt die Untersuchung auf das Verhältnis des Schutzes vor UV-A (Hautalterung
und Sonnenallergie) und UV-B-Strahlen (Bräunung und Hautkrebsrisiko).
Gesetzlich vorgeschrieben ist das Verhältnis 1 : 3 (A : B).
Ebenso wurde nicht auf synthetische Konservierungsmittel untersucht und eine
Untersuchung problematischer Parfümstoffe in Zusammenhang mit UV-Strahlung
wurde weder durchgeführt, noch auf diese Problematik hingewiesen.
Beispiel 2:
die zweifelhafte Markenauswahl: Weleda, Wala, Logona und Lavera dürfen
bei Ökotest bei keinem Test fehlen. Lavera wirbt damit, sie seien in 15 Jahren
458 mal getestet worden. Es gibt aber noch über 100 andere
Naturkosmetikhersteller! Vergleichbare und teilweise ältere
Naturkosmetikhersteller wurden im gleichen Zeitraum nur 10 bis 15 Mal getestet.
Beispiel 3:
die dubiose Auswertung: Bei diesem Test wurden Produkte von Wala/ Dr. Hauschka und Lavera ausgewählt. Beide
bekamen nur das Testurteil „gut“, standen aber als nur Zweitbeste in einem
Extrakasten „kontrollierte Naturkosmetik“ an erster Stelle. Erst an zweiter
Stelle kamen die „Sehr Guten“. Nach den beiden Produkten von Wala und Lavera kam
ein Seitenwechsel. Grund war nicht der Platzmangel, sondern man wollte den
direkten Preisvergleich erschweren:
200 ml "sehr gut" für € 4,95 gegen 200 ml "gut" für € 29,80!
Unser Vorschlag an Öko-Test: Den Kasten
„kontrollierte Naturkosmetik“ ganz weglassen – oder sofort in „Anzeigenkunden“
umtaufen...
Bei den Parametern "Parfümfrei", "Duftstoffe, die Allergien auslösen können" und
"weitere Duftstoffe" findet man 26 mal das Kürzel "n.u.", was "nicht untersucht"
bedeutet und wo als Erklärung steht, dies würde sich durch die Zusammensetzung
des Produktes erübrigen.
Was ist das für ein Test, wenn nur die INCI-Deklarationen begutachtet werden.
Das können die Leser auch selbst.
Beispiel 4:
Test „Deoroller“: Auch hier fehlen wichtige Testparameter: Ein getesteter
Vergleich der Schutzdauer in den Testergebnissen wäre besser gewesen, als ein
eher unsachlicher PR-Hinweis im Text: „Mehr als 70 Prozent der Probanden, die das Lavera Body Spa Deo testeten,
gaben an, dass sich bei ihnen die Geruchs- und Schweißentwicklung reduziert
hatte, mehr noch, dass sie auch bei Sport zufrieden waren. Und darum geht es ja
schließlich.“ Dass dieser Test mit
mindestens 10 Personen unter „extremen Sportbedingungen“ nicht von Ökotest
durchgeführt wurde, kann man leicht erraten.
Diesen Absatz hätte man besser mit „Anzeige“ kennzeichnen können.
Öko-Test diffamiert in diesem Artikel Angela Merkel. Dabei ging es um
Schwitzflecken. Diese haben aber mit einem Deo gar nichts zu tun. Ein Deo
reduziert nicht die Scweißentwicklung, sondern bekämpft den Geruch. Sie hätten
also besser den Körpergeruch von Kurt Beck oder der Ypsilanti nehmen können. Das
wäre aber wegen der Abhängigkeit von der SPD nicht möglich.
Lieber Öko-Test. Die Schweißentwicklung stoppt man mit den "bösen" Antitranspirantien und
nicht mit einem Deo!
Beispiel 5:
das „Kleine ABC der Wirkstoffe“. Auch hier schummelt Öko-Test:
„Naturkosmetikhersteller setzen auf natürliche Keimhemmer wie Hopfen, Fenchel,
Melisse und Hamamelis. Pflanzenauszüge aus Salbei werden darüber hinaus auch
wegen ihrer schweißhemmenden Wirkung gerne eingesetzt.“ Im übrigen Text findet
man heraus, dass die Naturkosmetikfirmen eher weniger natürliche Keimhemmer wie Triethyl Citrate, Zinc Ricinolate, Kieselmineralien (???), Farnesol und Parfüm
einsetzen. Ökotest würde sich bei jeder anderen Firma über eine verschleiernde
Inhaltsstoffangabe mokieren.
Gesetzlich ist die INCI-Deklaration vorgeschrieben. Was steckt hinter dem
Rohstoff „Kieselmineralien“, den es im gesetzlichen INCI-Dictionary gar nicht
gibt? Vielleicht ein "böses" Antitranspirant?
Beispiel 6:
Zweifelhafte Markenauswahl: Es werden bei der „kontrollierten Naturkosmetik“
zwar sechs Marken getestet. Aber als Insider (sie kennen ja ihre Anzeigenkunden
sehr gut) weiß Öko-Test, dass diese aus nur drei Häusern aus der
Gruppe der „kontrollierten Naturkosmetik“ kommen. Auch hier wieder eine
Bevorzugung im Extrakasten „kontrollierte Naturkosmetik“.
Beispiel 7:
der fragwürdige Artikel „Neue Naturkosmetiklabel–Regeln für Bio“: Zwei Seiten PR
für die großen Anzeigenkunden Weleda, Wala, Lavera und Logona. Im Text ist davon
die Rede, dass die Latte für Bio-Naturkosmetik sehr hoch hängt und dass die
Natrue-Kriterien die strengsten sind, die es auf dem Naturkosmetikmarkt gibt.
Auch ist ein neues Wort hinzugekommen: „naturnah“. („Naturidentisch“ =
synthetisch kennen wir ja schon).
Liest man ein bisschen weiter, dann erfährt man, was „naturnah“ ist: - auch
synthetisch!
Und dann
kommt die Krönung: „Naturidentische Stoffe wie Konservierungsstoffe und
anorganische Pigmente dürfen bei allen drei Labeln nur verwendet werden, wenn
eine Gewinnung aus Naturstoffen zu aufwendig wäre.“
Eine unaufwendige Gewinnung der erlaubten synthetischen
Konservierungsmittel wie Benzoesäure, Salicylsäure aus möglichen Naturstoffen
wie Benzoeharz gibt es bislang noch nicht. Der Erfinder hätte große Chancen für
den Nobelpreis.
Die weitere
Kritik und die weiteren Unwahrheiten in diesem Artikel finden Sie in unserem
Leitartikel „Ökotest mogelt seit Jahren“.
Beispiel 8:
Irreführendes Glossar.
Unter Z – Zertifizierte Naturkosmetik steht: „Zertifizierte Naturkosmetik
verzichtet weitgehend auf synthetische Inhaltsstoffe und unterliegt strengen
Kriterien, deren Einhaltung geprüft wird. Folgende Labels stehen für echte
Naturkosmetik: BDIH Kontrollierte Natur-Kosmetik, Ecocert und Demeter.“
Das trifft jedoch nur für Demeter
zu. Es gibt weder bei der Kontrollierten Naturkosmetik noch bei Ecocert einen
Verzicht auf synthetische Inhaltsstoffe. Bei der Kontrollierten Naturkosmetik
stehen 450 synthetische Stoffe auf der Positivliste! Der Begriff „weitgehend“
sagt nichts anderes aus als „es werden reichlich synthetische Inhaltsstoffe
eingesetzt“.
Bei Ecocert
ist zum Beispiel Ethyl Benzoate und Methyl Benzoate zugelassen. Das sind die so
genannten Parabene. Hierzu steht in der Öko-Test Kosmetikliste „chemisch,
Konservierungsmittel, Lösungsmittel; für Naturkosmetik nicht geeignet“. Sind das
die neuen Öko-Test-Kriterien für „echte Naturkosmetik“ ?